Wie man einen Vogel fängt.

Eines Tages auf den Philippinen präsentierte mein Freund mir Stolz seinen Vogel, den er mit einer aus einfachsten Mitteln hergestellte Vogelfalle gefangen hatte. Er zeigte mir die Falle, welche in einer Lichtung von Gras versteckt war. Als Köder in der Mitte dient eine Wassepfütze oder etwas Reis. Dieser ist bis auf den Eingang von allen Seiten mit in den Boden gerammten Stöcken umzäunt. Die Fläche im Inneren muss so klein gewählt warden, das ein Vogel nicht im Flug darin landen kann, sondern sich nur über Land und zu Fuß dem Köder nähern kann. Dazu muss er jedoch den Eingang passieren, dessen Fallenmechanismus sehr sensibel auslöst.

Schritt 1:
Der Eingang besteht aus zwei kurzen Stöcken, welche in den Erdboden gesteckt werden. Einer dieser Stöcke muss eine Astgabelung mit einem fast rechten Winkel besitzen:

Schritt 1: Türpfosten

Schritt 2:
Damit der Vogel gezwungen wird, durch die Mitte des Eingangs zu laufen, werden vier dünne Äste schräg in den Böden gerammt. Sie liegen sowohl an den dicken “Türpfosten” an, als auch an zwei weiteren dünnen Stöcken, welche links und rechts von den Türpfosten in den Erdboden gesteckt sind:

Schritt 2: Seitliche Barrieren

Schritt 3:
Nun braucht es einen sehr langen und biegsamen Zweig, der in geringer Entfernung der Falle im Boden befestigt ist oder natürlich wächst, und bis zum Eingang der Falle hinunter gebogen werden kann.

Schritt 3: Gebogener Ast

Schritt 4:
An dessen Ende wird ein Faden befestigt, der zu einer Schlaufe gebunden wird. Diese muss sich selbst zuziehen können.

Schritt 4: Schlaufe

Schritt 5:
An das Fadenstück zwischen der Schlaufe und dem Zweigende wird ein kleines Streichholz-ähnliches Stöckchen geknotet. Dies ist für den Auslösemechanismus verantwortlich.

Schritt 5: Streichholz

Schritt 6:
Um die Falle scharf zu stellen, braucht es nun nur noch einen kurzen dünnen Ast, welcher waagerecht an die Türpfosten gelegt ist. Ihn nenne ich hier “Auslöse-Stock” An einem Ende ist er auf einem Stein abgestützt.

Schritt 6: Auslöse-Stock

Der lange biegsame Ast wird nun nach unten gebogen, die Schlaufe offen in die Mitte des Einganges gelegt und das kleine Streichholz-ähnliche Stöckchen unter die Astgabelung des Türpfostens geführt. Es drückt den “Auslöse-Stock” an den Türpfosten. Nun ist die Falle scharf gestellt.
Sobald ein Vogel auf “Auslöse-Stock” tritt, um den Köder zu erreichen, lost sich die Verankerung des Streichholzes und der gebogene Ast schnellt nacho ben. Daraufhin zieht sich die Schlaufe um den Fuß des Vogels und befördert diesen in die Höhe.
Hinweis für Tierschützer: In Deutschland sind wir auf solche Fangtechniken selbstredend nicht angewiesen, noch genießen wir im Regelfall das Fleisch wildlebender Vögel. Jedoch ist dies in anderen Ländern, wie eingangs erwähnt auf den Philippinen, anders. Dort kann ich ländlichen Regionen ein Vogel als Fleischbeilage oder Haustier willkommen sein.